Fleckvieh

Braunvieh

Pinzgauer

Kärntner Blondvieh

Fleischrinder

Generhaltungsprogramm


Generhaltungsprogramm ist wichtig, um den Fortbestand der Rasse zu sichern.

I.  Rassestandard und Zuchtziel
Das in Mittel- und Unterkärnten einheimische Kärntner Blondvieh ist ein mittelrahmiges Rind mit langem Kopf und feinem Knochenbau. Charakteristisch ist die einfärbige nahezu weiße bis dunkelblonde Haarfarbe, sowie die hell pigmentierten Schleimhäute und das fleisch- bis lederfarbige Flotzmaul. Die Hörner und Klauen sind wachsgelb. Eine Ausnahme von der strengen Regel der Einfarbigkeit bilden nur die vereinzelt eingesprengt vorkommenden Helmeten – Tiere, bei denen der Gesichtsteil des Kopfes
(über die Augen bis zum Flotzmalul) rein weiß ist.
 (laut Rassestandard 1901)

Zuchtziel:
Das Zuchtziel ist die Erhaltung der genetischen Vielfalt innerhalb der Rasse Kärntner Blondvieh. Angestrebt wird ein kombiniertes mittelrahmiges Zweinutzungsrind. Als Grundelemente werden Robustheit, hohe Fruchtbarkeit und gute Muttereigenschaften gefordert. Auf Grund ihrer Genügsamkeit eignen sie sich optimal für die Bewirtschaftung extremer Gebiete. Das Gewicht liegt bei den Stieren zwischen 900-1000 kg und bei den Kühen ca. 600 kg.

II.  Registrierung:

Die Registrierung und Erfassung erfolgt seit 2001 über den Landeskontrollverband (LKV) mittels EDV, erfolgen. Der LKV sendet die Daten an die Zuchtdata. Registriert werden Reinrassetiere (alle Tiere die dem Rassestandart entsprechen) sowie Kreuzungstiere. kärntnerrind bezieht seine Informationen über Online von der Zuchtdata.
Die Einzeltierkennzeichnung erfolgt nach der Tierkennzeichungsverordnung (EG)
Nr 820/97.
Durch den LKV werden folgende Daten erhoben:
Abstammung, Zugang/Abgang, Belegung/Abkalbung, Abkalbeverhalten, Zwischen-kalbezeit.


III.  Anpaarungsprogramm und Anpaarungsmanagement

Ziel ist es eine hohe genetische Variabilität innerhalb des Kärntner Blondviehs zu erreichen und erhalten. Kärntnerrind hat die Aufgabe, dem Zuchtbetrieb eine möglichst hohe Anzahl von Vatertieren zur Verfügung zu stellen, die den Inzuchtgrad der Herde weitgehend minimieren.
Zusätzlich soll mit Hilfe einer Genotypenanalyse bei allen männlichen Zuchttieren, die die oben genannten Kriterien erfüllen, eine Abstammungssicherung erfolgen. Bei den weiblichen Zuchttieren sollen bei 20 % der ins Hauptherdbuch eingetragenen Tiere eine Abstammungssicherung durchgeführt werden.

Anpaarungsempfehlungen sowie Kontrolle soll mit Hilfe des OPTIMATE Programmes erfolgen.


III.1. Aufgabe der Organisation

Für die Rasse Kärntner Blondvieh (KB) wurde bei kärntnerrind (KR) ein Züchterbeirat gegründet.
Züchterbeirat: Er besteht aus 5 Vertretern des KB-Vereines und dem Geschäftsführer des KR.
Der Züchterbeirat trägt die Verantwortung für alle Aktivitäten die im Zusammenhang mit dem Generhaltungsprogramm durchgeführt werden.


Die Organisation unterliegt folgenden Aufgaben:


Bestandsaufnahme: Jeder Betrieb wird mindestens 1 x pro Jahr von der Zuchtkom-mission aufgesucht.
Zuchtkommission: Sie besteht aus dem Obmann oder einem von ihm be-stimmten Vertreter aus dem Züchterbeirat, dem Geschäftsführer von KR oder einem von ihm bestimmten Vertreter des Verbandsbüros und einem Vertreter der Kammer für Land- und Forstwirtschaft.
Die in Frage kommenden Tiere werden am Betrieb vorgeführt und von der Zuchtkommission in schriftlicher Form (mit Hilfe eines Erfassungsblattes – liegt bei) aufgenommen. Die Einstufung des Tieres in das Hauptherd- oder Vorherdbuch erfolgt durch die Kommission vor Ort.

Herdbuchführung:  Das Herdbuch wird eingeteilt in Hauptherdbuch (Zuchtbuch A, B und C) und Vorherdbuch (Zuchtbuch D).
Ins Hauptherdbuch werden nur phänotypisch einwandfreie Tiere aufgenommen. Im Vorherdbuch werden alle Tiere, die phänotypisch Mängel aufweisen, eingetragen.
Förderungswürdig im Sinne des Generhaltungsprogrammes sind nur Tiere aus dem Hauptherdbuch.
Ist eine Nachkommenschaft von Tieren aus dem Hauptherd-buch nicht eindeutig dem Rassestandard zu zuordnen wird es in das Vorherdbuch zurückgestuft. Nachkommen von Tieren aus dem Vorherdbuch, welche eindeutig dem Rassestandard entsprechen werden in das Hauptherdbuch eingestuft.

Gezielte Paarung:


Alle weiblichen Tiere des Hauptherdbuches müssen nach dem Anpaarungsvorschlag der Zuchtkommission angepaart werden. Anpaarungsvorschläge werden grundsätzlich mit Hilfe des OPTIMATE – Programmes erstellt. Der Züchter soll die Möglichkeit haben, aus mindestens drei Stieren wählen zu können.


Kühe für gezielte Paarung:
Mindestens eine Generation muß bekannt sein (väterlicher- und mütterlicherseits), sie müssen phänotypisch einwandfrei sein und dürfen keine Exterieurmängel aufweisen. Pro Jahr sollen mindestens 30 gezielte Anpaarungen erfolgen, wobei auf die Erhaltung aller Linien Rücksicht genommen wird (Erhaltung genetischer Vielfalt). Die Abkalbung von Stierkälbern aus der gezielten Paarung werden an den Zuchtverband, in Form von Meldekarten, gemeldet.


Stiere für gezielte Paarung:
Mindestens eine Generation muß bekannt sein (väterlicher- und mütterlicherseits), sie müssen phänotypisch einwandfrei sein und dürfen keine Exterieurmängel aufweisen. Jährlich sollen 4-5 Stiere selektiert werden.


Jährlich sollen 2 Zuchtstiere auf die Station Perkohof gestellt werden. Die Besamungsstation Perkohof hat mit dem Institut für Biodiversitäten in Wels vertraglich die Sicherung der Exsitu Konservierung übernommen. Die Auswahl der Zuchtstiere erfolgt durch die Zuchtkommission.
Derzeit stehen 13 Stiere für die künstliche Besamung zur Verfügung sowie 10 Natursprung Stiere. Die Züchter werden verpflichtet alle männlichen Kälber, die im Sinne des Generhaltungsprogrammes für die Weiterzucht geeignet sind, bis zu 12 Monaten aufzuziehen.

 

Kontrolle - Selektion:

Die durch den Kontrollverband und der Zuchtdata registrierten und erfaßten Rinderdaten werden durch die Zuchtkommission beim jährlichen Betriebsbesuch überprüft. Weiters wird die Einhaltung der Anpaarungsempfehlungen kontrolliert.
Von allen Zuchtstieren welche zur künstlichen Besamung oder für den Natursprung zur Verfügung stehen wird die Abstammungssicherung (väterlicherseits) durch eine Blutgruppenuntersuchung durchgeführt. Bei 20 % der weiblichen Tiere wird ebenfals eine Blutgruppenuntersuchung durchgeführt. Die durchgeführten Blutgruppenunter-suchungen dienen in Zukunft nur der Abstammungskontrolle. Die Kosten der Untersuchung sind vom Züchter zu tragen.
Bei den Betriebsbesuchen erfolgt die phänotypische Erfassung, Herdbuchregistrierung sowie die Anpaarungsempfehlung.

 

III.2. Aufgaben des Zuchtbetriebes

· Jeder Betrieb hat die Verpflichtung kärntnerrind und dem LKV durch Einzelmit-gliedschaft beizutreten.
· Der Verkauf von Blondviehtieren zur Zucht muß über den KR mittels Ausstellung eines Abstammungsnachweises erfolgen.
· Der Verkauf eines Blondviehtieres ist vom Verkäufer zu melden, d.h. die Abstammungspapiere sind vom Verkäufer zu beantragen.
· Anpaarungsempfehlungen müssen vom Züchter eingehalten werden.
· Jeder Züchter ist verpflichtet, die von der Zuchtkommission ausgewählte Zuchtstierkälber, aufzuziehen und zum Austausch mit anderen Blondviehzucht-Betrieben zur Verfügung zu stellen.
· Der Züchter ist verpflichtet Besamungsbelege, Abstammungspapiere sowie Kauf- bzw. Verkaufspapiere mindestens 5 Jahre aufzubewahren.


IV.  Charakterisierung

Hohe Fruchtbarkeit und Krankheitsresistenz, bodenständig, gebirgsgängig, trittsicher, mit sehr guten Muttereigenschaften, die die Aufzucht von Kälbern positiv beeinflussen.
Die Erhebung von Leistungsdaten ist derzeit, auf Grund der Populationsgröße (ca. 150 Kühe), noch nicht möglich.


V.  Nachhaltige Nutzung

Der Absatz von KB-Tieren stellt kein Problem dar, da Zuchttiere die dem Rassestandard entsprechen, am Markt kaum verfügbar sind.