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Braunvieh Züchtertag 2007

30.08.2007  

Milchrasse mit vielen Qualitäten

Am 27. Jänner 2007 fand im Gasthaus Bacher in Vassach bei Villach der alljährliche Braunvieh-Züchtertag statt. Thema des diesjährigen Züchtertages war „Braunvieh, die Milchrasse der Zukunft“, wo wir heuer einen sehr erfahrenen Mann aus der Braunviehzucht, Herrn Manfred Hafner aus Südtirol, als Referenten gewinnen konnten.
Bericht des Obmannes

Der Obmann des Kärntner Braunviehs, Herr Petschar Albert, freute sich über 40 Gäste begrüßen zu können und gab einen kurzen Rückblick des vergangenen Jahres, das für die Rasse Braunvieh in Kärnten als doch ein sehr erfolgreiches gesehen werden konnte. Seit langem wieder und als einziges Bundesland in Österreich ist die Kuhzahl der Rasse Braunvieh gestiegen. Zwar nur knapp (+4 Kühe) aber es konnte der doch deutliche Abwärtstrend der sinkenden Kuhzahl gestoppt werden.
Geschäftsbericht

In seinem Geschäftsbericht ging der Geschäftsführer des Kärntner Rinderzuchtverbandes Herr Ing. Lagger Ernst auf die Vermarktung der Braunviehtiere ein.  Die Tiere sollten vermehrt ab Hof vermarktet werden, hierfür sollte vor allem die Homepage des Kärntner Rinderzuchtverbandes aber auch der Kärntner Rinderzuchtverband selbst als Vermittler genutzt werden. Will der Landwirt doch über die Versteigerung vermarkten, so rät Ing. Lagger die Versteigerungsstandorte in Leoben und Lienz dafür zu nutzen.

Ing. Lagger appelliert an die Braunviehzüchter, sich auch wieder vermehrt an das Zuchtprogramm zu halten, vor allem die Zweitkalbskuhverpflichtung (Belegung mit einem Teststier) sei einzuhalten. Für jene Töchter gibt es nach erfolgter Nachzuchtbewertung 35€ Teststiertochterprämie.

Dauerleistungsrasse
Der Leistungsbericht der Kärntner Braunviehbetriebe war heuer auch wieder sehr erfolgreich. Vor allem hervorzuheben ist die Lebensleistung dieser Rasse, heuer haben erneut drei Kühe die magische 100.000 Milch kg Grenze überschritten. Die zwei Top-Dauerleistungskühe „Wirla“ von Petschar Albert aus Gummern und „Gabriela“ von Kleinsasser Dagmar aus Baldramsdorf, leben nach wie vor und erfühlen sich dem Alter entsprechend guter Kondition.

 

Gospel-Tochter „Holunder“ von Erich Lackner aus Feistritz/Drau, Beste Kuh 2006 mit 14.162 kg Milch, 4,83 % Fett, 3,55% Eiweiß.
Gesamteutersiegerin bei der Landesrinderschau 2004 in St. Donat.

Weitere Leistungsdaten entnehmen sie dem Leistungsbericht.

Milchrasse der Zukunft 

Unser Referent Markus Hafner ging in seinem Referat als erstes einmal kurz auf seine Person ein und machte uns klar, wieso er ein „Insider“ in der Braunviehzucht ist. Er selbst bewirtschaftet mit seiner Familie in Vinschgau/Südtirol einen Braunviehzuchtbetrieb mit 15 Milchkühen und eigener Nachzucht. Als Kenner der Landwirtschaft und als Südtiroler beherrscht er die Sprachen deutsch und italienisch perfekt deswegen dient er auf hohen politischen Ebenen als Dolmetscher. Aber auch züchterisch fungiert er als Dolmetscher zwischen den Deutsch-Italienischen Raum.

Als Hobby ist er auch noch als Preisrichter großer Rinderschauen tätig, wie z.B. unter anderem auf der Bundesbraunviehschau in Deutschland im Jahr 2006.
In seinen Vortrag ging er dann auf das Thema ein, wieso sich im italienischen Raum bzw. in den italienischen Käseregionen die Rasse Braunvieh großer Beliebtheit erfreut. So werden die speziellen Käsesorten in jenen Gebieten erzeugt, wo die Rasse Braunvieh die Hauptverbreitung hat und das nicht ohne Grund.

Höhere Käseausbeute

Bei einer letztlich veröffentlichten Studie über Käseausbeute der Milchrassen hat reine Braunviehmilch eine um 13,4% höhere Käseausbeute als Holsteinmilch. Also benötigt man zur Produktion von 1 kg Weichkäse 8,95 kg Braunviehmilch oder 10,17 kg Holsteinmilch. Der hohe Eiweißgehalt und der Gehalt an Cappa-Kasein AB und BB in der Braunviehmilch wirken sich dabei positiv aus. Da für die Käseerzeugung zu wenig Milch auf den italienischen Markt vorhanden ist, hat Herr Hafner auch die Milchflüsse etwas analysiert. So kommen die größten Teile der importierten Milch für die italienische Käseproduktion aus dem Bayrischen Allgäu, wo die Rasse Braunvieh auch die meist verbreitetste ist.

Also heißt die Devise für die Braunviehmilch der Zukunft mehr auf Eiweiß und Cappa-Kasein AB bzw. BB zu züchten. Auch die Konsumenten haben in der letzten Zeit ihre Essgewohnheiten geändert, so wandert der Trend immer mehr zu den Light-Produkten, die einiges an Milcheiweiß enthalten. Molkereien sind auf diesen Zug schon aufgesprungen aber honorieren diesen Wunsch der Konsumenten nicht an den Landwirt weiter, wenn wir dies in Österreich auch so weit voran treiben können, dass die „Milchaufwertung“ durch die Braunviehmilch auch von den Molkereinen dementsprechend honoriert wird, dann sind wir bei den Milchrassen unschlagbar.


Reges Interesse herrschte bei allen Züchtern, vor allem beim  Vortrag von Hr. Hafner Markus waren alle sehr gespannt.

So ist die Rasse Braunvieh mit Blick auf die Zukunft mit den Vorteilen wie die Qualitätsmilch (Eiweiß), Lebensleistung, Leichtkalbigkeit, hohes Abgangsalter, gutmütiger Charakter, Hitzetoleranz, niedrige Zellzahlen, stressstabil und kaum Labmagenverlagerungen, gegenüber anderen Milchrassen überlegen. Eines ist aber nicht zu vergessen, dass es auch noch einige Dinge zu verbessern gibt, wie eine sichere Einsatzleistung und eine bessere Melkbarkeit.

Nach einem kurzen Bericht vom Tierzuchtdirektor DI Brunner Erwin über aktuelle Themen aus der Landwirtschaft und einer regen Diskussion wurde der Züchtertag geschlossen. Interessierte Züchter konnten sich noch die Braunviehherde des Gasthauses Bacher ansehen, wo uns der Verwalter Gugl Gerhard zu den Kühen alle wichtigen Informationen gab.


Leistungsbericht


Anzahl der Kühe
Zuchtherden HB-Kühe Besamungsdichte
193 2.038 93,6


305- Tageleistungen der MLP-Betriebe (2006)

Lakt. Anzahl Alter Milch kg Fett % Fett kg Eiweiß % Eiweiß kg
1 491 2,7 6.449 4,16 268 3,48 224
2 393 3,8 6.973 4,21 294 3,53 246
3 281 5,0 7.522 4,24 319 3,48 262
4. ff. 482 7,6 7.385 4,17 308 3,38 250
alle 1.647 4,8 7.031 4,19 295 3,46

243



Die besten Kühe und Erstlingskühe (gereiht nach Fett- und Eiweiß-kg)
Name Vater Lakt Milch Kg Fett % Eiw % FEKg Besitzer
Holunder Gospel 4 14.162 4,83 3,55 1.187 Erich Lackner, Feistritz/Drau
Gia Camillo 6 13.274 4,07 3,65 1.025 Albert Petschar, Gummern
Parade Carlo 7 11.143 5,09 3,57 965 Hans Kumnig, Baldramsdorf
Sandra Gordon 4 11.599 4,42 3,86 960 Johann Urschitz, Latschach
Leoni Prophet ET 6 11.709 4,65 3,54 959 Erich Lackner, Feistritz/Drau
Glanza Denmark 1 12.095 4,18 3,39 916 Hubert Mörtl, St.Jakob/Les.
Winni Hussli 1 9.800 4,89 3,69 841 Albert Petschar, Gummern
Lady Eros 1 9.000 4,44 4,01 760 Albert Petschar, Gummern
Dolli Embargo 1 10.184 3,80 3,56 750 Albert Petschar, Gummern
Naomi Emilio ET 1 8.808 4,65 3,83 747 Albert Petschar, Gummern


 

Die besten Dauerleistungskühe nach Milchmenge (2006)
Name Vater LL-Milch kg Fett kg Eiw. kg Besitzer
Wirla Jetway ET 130.614 5.492 4.538 Albert Petschar, Gummern
Gabriela Vigate 126.648 5.130 4.615 Hans Kleinsasser, Baldramsdorf
Gluecke Herod 101.827 3.829 3.476 Hans Kleinsasser, Baldramsdorf
Ilona Dallus 99.323 3.977 3.511 Johann Tatschl, St.Gertraud/Lav.
Salma Telvi 95.148 4.844 3.176 Johann Urschitz, Latschach

 

 

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